Anorganisch-chemisches
Praktikum für LehramtskandidatInnen
(Modul B.Che.4102)
Das Praktikum mit dem
begleitenden Seminar findet jeweils dienstags und mittwochs von 10.15
bis 19.00
Uhr statt. Der Zeitplan wird voraussichtlich folgendermaßen
aussehen:
10.15 – 11.45 Uhr
Theorieseminar
11.45 – 12.45 Uhr
Mittagspause
12.45 – 13.15 Uhr
Seminar
der
Praktikumsassistenten zu den Versuchen des Praktikums
13.15 – max. 19.00 Uhr
Praktikum
Sie sollen
später als Chemielehrer Chemie, eine
experimentelle Naturwissenschaft, lehren. Es ist eigentlich müßig zu
betonen,
dass dies ohne hinreichende experimentelle Erfahrung kaum möglich ist.
Dieses
Praktikum soll Ihnen helfen, solche Erfahrungen zu sammeln. In späteren
Praktika und Lehrveranstaltungen können sie vertieft und ausgebaut
werden.
Die Erfahrung
bezieht sich auf
-
das Kennen lernen von Chemikalien und
Arbeitsgerät
-
das Beherrschen von Grundarbeitsoperationen
und -untersuchungsmethoden
-
die Fähigkeit, Experimente zu planen,
durchzuführen und auszuwerten
-
Die Fähigkeit, die Sicherheit beim chemischen
Experimentieren zu gewährleisten.
Experimente sind
kein Selbstzweck. Sie sollen helfen,
theoretischen Lernstoff zu wiederholen, zu vertiefen und auszubauen. In
diesem
Praktikum soll dies durch eine enge Verzahnung von Experiment und
Theorie
erreicht werden. So dienen beispielsweise theoretische Kenntnisse
einerseits
zur Deutung experimenteller Befunde, andererseits werden Ergebnisse
von
Experimenten herangezogen, um theoretische Zusammenhänge besser
verstehbar zu
machen. Ein Chemielehrer muss aber auch ein "gesundes" Maß an
Stoffwissen präsent haben. Gerade Praktika bieten hierfür die
geeigneten
Möglichkeiten.
Schließlich
sollen Sie im Laufe des Praktikums lernen, sich
selbständig (und in eigener Verantwortung) Wissen anzueignen. Zwar
werden zu
Beginn des Praktikums notwendigerweise viele Hilfen gegeben, sie werden
aber
immer mehr zugunsten eigenverantwortlichen Arbeitens abgebaut.
Einen genauen
Überblick über die Inhalte vermittelt das
Inhaltsverzeichnis des Praktikumsskripts. Im Folgenden sollen daher
nur kurz
die jeweiligen Schwerpunkte angerissen werden:
Am Anfang steht
die
Einführung in das Arbeiten im Labor und das
Erlernen einiger grundlegender Arbeitsoperationen im Vordergrund.
Theoretisch
werden hierbei einige einfache energie- und gewichtsmäßige Beziehungen
bei
chemischen Reaktionen wiederholt, weitere Aspekte der
Reaktionsgeschwindigkeit
und des chemischen Gleichgewichts.
Außerdem geht es um zwei
wichtige Typen von
Donator-Akzeptor-Reaktionen, und zwar Redox-Reaktionen und
Säure-Base-Reaktionen (BRÖNSTED-LOWRY).
Experimentell werden bei diesen Teilen die entsprechenden
Arbeitsoperationen,
-methoden und -geräte kennen gelernt.
Weiterhin geht
es um einen
systematischen Vergleich von Eigenschaften
und Reaktionsverhalten von ausgewählten Haupt- und
Nebengruppenelementen und
ihren Verbindungen. Auch hier werden theoretische Kenntnisse angewendet
und
vertieft, vor allem aber auch Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit
Geräten,
Arbeitsmethoden und -operationen erworben.
Schließlich geht
es um analytische Probleme - soweit sie noch
nicht auf das ganze Praktikum verteilt angesprochen wurden. Auch hier
werden
die entsprechenden theoretischen und experimentellen Kenntnisse
wiederholt,
ausgebaut und eingeübt. Eine besondere Bedeutung hat in diesem Teil
auch der
Erwerb von Stoffwissen.
Gerade bei der
Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der
Experimente können Sie viel für Ihren Lernerfolg tun.
Beherzigen Sie daher das Folgende in Ihrem
eigenen Interesse, denn Sie sind für
Ihren Lernerfolg selbst verantwortlich.
Die einzelnen
Experimente stehen in größeren experimentellen
und/oder theoretischen Problemkreisen. Machen Sie sich daher die
Zielsetzung
jedes Experiments klar, bevor Sie es beginnen. Die Einführung in jedem
Teil
und die Problemstellung zu Beginn jeder Experimentbeschreibung geben
Ihnen
eine Hilfe.
Auch die Planung
(welche Geräte, welche Chemikalien, welche
Versuchsschritte, welche Messungen etc.) sollten Sie vor Beginn des
Experiments durchführen. Berechnung von Einwaagen etc. sollte man schon
zu Hause durchgeführt und
gegebenenfalls im Skript eingetragen haben.
Bei der
Durchführung sollten sie sehr sorgfältig beobachten.
Alle Beobachtungen werden im Skript protokolliert. Überlegen Sie
bereits während
der
Durchführung, ob die Ergebnisse den Erwartungen in etwa entsprechen
(um ggfls.
das Experiment wiederholen zu können).
Dass die
Experimente sorgfältig ausgewertet werden müssen,
ist wohl selbstverständlich und bedarf keiner weiteren Betonung. Ziehen
Sie
hierzu die Literatur heran (siehe Stichwort Literatur weiter unten).
Bei jedem
Versuch sind die im Skript angegebenen Gefahrensymbole
zu beachten und zusätzlich weitere Sicherheits-Hinweise und Ratschläge
für jede
verwendete Chemikalie nachzuschlagen und entsprechende
Vorsichtsmaßnahmen zu
ergreifen. Bei der Beseitigung benutzter Gefahrstoffe müssen unbedingt
die
entsprechenden Entsorgungshinweise beachtet werden. In Zweifelsfällen
fragen
Sie bitte Ihre Assistenten.
Auf
der
folgenden Seite sind einige Anmerkungen zur
Protokollführung gegeben. Außer der unmittelbaren Auswertung der
Experimente
sollten Sie die angesprochenen Probleme - auch in größerem
Zusammenhang - vertiefen.
Hierzu helfen Ihnen auch die jeweiligen Auswertungsaufgaben.
Die im Praktikum
durchgeführten Experimente werden
protokolliert wobei "Kurzprotokolle" und "ausführliche
Protokolle" unterschieden werden.
Versuche, zu
denen ausführliche Protokolle angefertigt werden
sollen, sind im Skript mit einem * gekennzeichnet.
- Kurzprotokolle werden während des Praktikumstages von allen durchgeführten Versuchen direkt in das Skript eingetragen. Jeder durchgeführte Versuch wird von den Praktikumsassistenten abgezeichnet. Dazu müssen vorher alle Fragen im Skript beantwortet sein. Beachten Sie, dass Sie manche Eintragungen schon vorher zu Hause vornehmen können.
-
ausführliche Protokolle sollen nach folgendem
Schema handschriftlich auf DIN A 4-Blättern angefertigt und am 1. Tag
der dem
Versuch folgenden Woche bei den Praktikumsassistenten abgegeben
werden. Stichworte zu den Versuchen sind jeweils im Skript aufgeführt.
E... Thema des
Versuchs
Name des
/derProtokollanten/in
a)
Kurze theoretische Abhandlung der Thematik
unter Heranziehung von Fachliteratur.
b)
Beschreibung der Versuchsdurchführung (ev. mit
Skizze der Apparatur). Wichtig ist hierbei auch eine genaue Angabe der
verwendeten
Konzentrationen und Stoffmengen.
c)
Eine Beschreibung der Beobachtungen. Messwerte
werden - wo immer möglich - in einer Tabelle zusammengefasst und
graphisch
dargestellt.
d)
Eine Auswertung der Messwerte.
e)
Eine Fehlerbetrachtung (qualitativ und soweit
möglich quantitativ).
Als Lehrbücher
für dieses Praktikum werden jeweils die
neuesten Auflagen der folgenden Werke empfohlen:
-
MORTIMER, Ch. E. - Chemie. Das Basiswissen
der Chemie, Thieme, Stuttgart.
-
CHRISTEN, H. R. - Grundlagen der allgemeinen
und anorganischen Chemie, Sauerländer,
Salle, Frankfurt.
-
RIEDEL, E. – Anorganische Chemie, Walter de
Gruyter, Berlin.
-
JANDER, G., BLASIUS, E. – Einführung in das
anorganisch-chemische Praktikum, Hirzel, Stuttgart.
Nach der neuesten Prüfungsordnung (Amtliche Mitteilungen vom 5.9.08) wird es nur noch eine
Klausur geben. Als Studienvorleistungen werden in regelmäßigen Abständen im Seminar Quickies geschrieben. Studierende des
2-Fächer-Bachelor-Studienganges –Teilfach Chemie – müssen sich für die
Klausur in FlexNow anmelden. Für diejenigen, die nicht bestehen, gibt
es im
Sommersemester eine Wiederholungsmöglichkeit, sofern sie die
Studienvorleistungen geschafft haben. Themen der Quickies und der
Klausur
werden
sowohl die Inhalte des Seminars als auch des Praktikums sein.
Das Theorieseminar
wird thematisch nicht immer parallel zum Praktikum laufen. Zwei
Schwerpunkte
werden Redoxreaktionen und Säure-Base-Reaktionen sein.
Die Stoffchemie wird
im Seminar einen kleineren Anteil als im Praktikum haben.
Vorläufiger
Verlaufsplan des 1. Praktikumstages
1.
Informationen zum
2-Fach-Bachelor-Studiengang – Teilfach Chemie
2.
Information über das
Seminar und das Praktikum
3.
1. Theorieseminar:
Konzentrationsangaben (bitte Taschenrechner
mitbringen!)
Mittagessen
4. Sicherheitsbelehrungen
Ende gegen 17:00 Uhr
Praktikumsskript
Das Praktikumsskript erhalten Sie am ersten Tag. Es wird
Ihnen kostenlos (finanziert aus Studienbeiträgen) zur Verfügung gestellt.