Glossar

Integration
Beschreibt die Bestimmung der Intensitäat inklusive Fehlerabschätzung aller Reflexe eines Streuexperimentes.
Korrekturen
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
Fouieranalyse
Die Fourier-Analyse beschreibt das Zerlegen eines beliebigen periodischen Signals in eine Summe von Sinus- und Kosinusfunktionen (eine sogenannte Fourier-Reihe). Sie zerlegt ein Signal damit in seine Frequenzanteile. Die Fourier-Synthese hingegen beschreibt das umgekehrte Verfahren, die Erzeugung beliebiger Signale aus Sinus- und Kosinusfunktionen. Im folgenden Bild ist die Fourier-Synthese eines Rechtecksignals dargestellt. Die Diagramme der ersten Spalte zeigen diejenige Schwingung, die in der jeweiligen Zeile hinzugefügt wird. Die Diagramme in der zweiten Spalte zeigen alle bisher berücksichtigten Schwingungen, die dann in den Diagrammen der dritten Spalte multipliziert werden, um dem zu erzeugenden Signal möglichst nahe zu kommen. Die Schwingung aus der ersten Zeile nennt sich Fundamentalschwingung, alle weiteren, die hinzugefügt werden, sind so genannte Oberschwingungen (Harmonische). Je mehr solcher Vielfache der Grundfrequenz berücksichtigt werden, umso näher kommt man einem idealen Rechtecksignal. An den unstetigen Stellen der Rechteckfunktion bildet sich durch die Fourier-Synthese bedingt ein so genannter Überschwinger, der auch bei größerer Approximation nicht verschwindet. Diese Erscheinung wird Gibbssches Phänomen genannt, für eine große Anzahl an überlagerten Schwingungen macht sie etwa 9 % des vollen Sprungs aus. Die vierte Spalte zeigt zunächst das Amplitudenspektrum. Zu einem Frequenzspektrum wird es dann, wenn man die Anzahl der Abtastpunkte in Verbindung mit der Abtastfrequenz bringt.
Direkte Methoden
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
Patterson Funktion
Die Patterson-Methode ist ein Verfahren zur Lösung des Phasenproblems der Röntgenbeugung. Sie geht zurück auf Lindo Patterson (1902-1966), der die Methode 1934 einführte. Die Patterson-Methode ist als die Fouriertransformierte der Beträge der Strukturfaktorquadrate definiert. Lindo Patterson selbst nannte sein Verfahren deshalb die |F2| -Reihe. Sie liefert dabei nicht direkt die Positionen der Atome in der Elementarzelle, sondern das Ergebnis der Patterson-Methode sind interatomare Vektoren. Die Länge des Vektors ist der interatomare Abstand, die Richtung die interatomare Richtung. Die Höhe des Peaks ist abhängig von der Elektronenzahl der beiden beteiligten Atome. Je größer die Elektronenzahl ist, desto höher ist der Peak. In der Kristallstrukturanalyse wird die Patterson-Methode deshalb bevorzugt eingesetzt, wenn die Kristallstruktur aus wenigen Schweratomen und vielen Leichtatomen besteht. Die höchsten Peaks geben dann die interatomaren Vektoren zwischen den Schweratomen an. Ist die Lage der Schweratome bestimmt, kann ihr partieller Strukturfaktor ermittelt und vom errechneten Strukturfaktor abgezogen werden. Auf diese Weise kann die Lage der übrigen Atome bestimmt werden.
Libration
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
Restraint
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
Constraint
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
Streufaktoren
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
Spezielle Positionen
Eine spezielle Position ist ein Punkt in der Einheitszelle, der seine Lage bei Anwendung von (mindestens) einem der Symmetrieoperatoren der zugehörigen Raumgruppe nicht verändert. Nicht jede Raumgruppe besitzt spezielle Positionen, z.B. P212121.
Fehlordnungen
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
Strukturfaktoren
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
Prinzip der kleinsten Fehlerquadrate
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
Ortep
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
Asymmetrische Einheit
Das kleinste Volumen im Kristall, aus dem sich (mithilfe von Translation und den Symmetrieoperatoren der Raumgruppe) der gesamte Kristall aufbauen läßt. Der Inhalt der asymmetrischen Einheit braucht nicht chemisch sinnvoll zu sein und kann z.B. "halbe Atome" enthalten (solchen, die auf speziellen Positionen liegen.
Braggsche Gleichung
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
Millersche Indizies
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
Diffraktometer
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
Friedelsches Gesetz
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
Anomale Streuung
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
Kristallsysteme
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Gitterzentrierungen
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
Auslöschungen
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
Röntgenstrahlung
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
Strukturdatenbanken
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Nachschlagewerke
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
Auflösung
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
R(int)
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
R(sigma)
eines 'Kleinmoleküls' (weniger als 100 Nicht-Wasserstoff-Atome), wie sie in jedem Projekt zur Vorlesung 'Anorganische Strukturchemie' vorkommen, erklären.
Lauegruppen
Das Beugungsmuster von Kristallen in der normalen Röntgenbeugung (wie auch bei der Neutronen- und Elektronenbeugung) ist immer zentrosymmetrisch. Das bedeutet, dass sie symmetrisch unter bestimmten Punktspiegelungen am sogenannten Inversionszentrum ist (Friedelsches Gesetz). Wegen dieser Bedeutung haben zentrosymmetrische kristallografische Punktgruppen eine eigene Bezeichnung erhalten. Man nennt sie Lauegruppe oder Laueklasse. Namensgeber ist der Physiker Max von Laue. Im Gegensatz zu den 32 kristallografischen Punktgruppen gibt es nur 11 mögliche Lauegruppen. Der erste Schritt in der Kristallstrukturanalyse ist immer die Bestimmung der Lauegruppe. Erst dann kann die Raumgruppe abgeleitet werden. Geordnet nach Kristallsystem sind die Lauegruppen (angegeben in der Hermann-Mauguin-Symbolik):
  • triklin: -1
  • monoklin: 2/m
  • orthorhombisch: mmm
  • tetragonal: 4/m, 4/mmm
  • trigonal: -3, 3m
  • hexagonal: 6/m, 6/mmm
  • kubisch: m-3, m-3m
Die Bestimmung der tatsächlichen Punktgruppe allein auf Grundlage der Symmetrie des Röntgenbeugungsbildes ist nur möglich, wenn anomale Streuung vorhanden ist. In der normalen Röntgenbeugung werden die Röntgenstrahlen von den äußeren Elektronen der Atome im Kristallgitter abgelenkt. In der anomalen Streuung erfolgt auch eine Wechselwirkung der Röntgenstrahlen mit den inneren Elektronen der Atome. Dies hat kleine Abweichungen von der Inversionssymmetrie des Beugungsmusters zur Folge, so dass die echte Punktgruppe beobachtet werden kann.

Last modified: Wed Aug 20, 2013 03:51PM